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„Der coup den Ihr gemachet habt, ist excellent.“

Das Geheime Staatsarchiv PK erwarb im Autografenhandel 34 Kabinettsordres Friedrichs des Großen an Joachim Bernhard v. Prittwitz

Am 18. Oktober 2018 erwarb das Geheime Staatsarchiv PK im Autografenhandel 34 Kabinettsordres Friedrichs des Großen an den Major und späteren Generalleutnant Joachim Bernhard von Prittwitz (1726-1793), der dem König während des Siebenjährigen Krieges in der für Preußen vernichtenden Schlacht bei Kunersdorf (12.08.1759) das Leben rettete. Während Friedrich II. am Mühlberg mit seinen letzten Getreuen den Rückzug seiner geschlagenen Armee deckte, geriet er selbst in tödliche Gefahr. Rittmeister Joachim Bernhard von Prittwitz mit seinen Reiterdragonern schützte seinen König beherzt vor heranpreschenden russischen Kosaken, eine Begebenheit, die später Theodor Fontane in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ literarisch verarbeiten sollte. Friedrich II. blieb Prittwitz bis zu seinem Lebensende freundschaftlich verbunden, wovon die in stets wohlwollendem Tenor gehaltenen Schreiben ein beredtes Zeugnis ablegen. Mit den Leistungen seines Offiziers zeigte sich der König auch nachhaltig zufrieden. Prittwitz wurde mit wichtigen militärische Missionen betraut, nach dem Friedensschluss 1763 mit der Beaufsichtigung der Arbeiten zum Wiederaufbau des Finowkanals. Der Monarch übereignete Prittwitz mehrere Ämter, gewährte ihm eine jährliche Pension von 1000 Reichstalern und lud ihn mehrfach nach Potsdam ein. Die Überlieferung setzt in den letzten Jahren des Siebenjährigen Krieges ein und endet erst im November 1785.
Über 150 Jahre befanden sich diese Kabinettsordres im Besitz der Familie von Prittwitz, bis ein „schwarzes Schaf“ der Familie diese in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in die USA veräußerte.
Als Christian von Prittwitz und Gaffron, ein Nachfahre des wackeren Königsretters, von dem im Autografenhandel angebotenen Konvolut erfuhr, wandte er sich an das Geheime Staatsarchiv, das bereits von der Auktion Kenntnis hatte, mit der Bitte, die Kabinettsordres zu ersteigern. Im Namen seiner Familie erklärte er sich bereit, sich mit einer zweckgebundenen Spende an einem Erwerb beteiligen zu wollen, um altes deutsches Kulturgut wieder zurückzugewinnen und an einem geeigneten Aufbewahrungsort für die Forschung bereit zu halten. Am 18. Oktober 2018 wurde dem Geheimen Staatsarchiv in der betreffenden Auktion der erhoffte Zuschlag erteilt. Als Gegengabe für die Spende der Familie von Prittwitz erstellte die Werkstatt des Geheimen Staatsarchivs zwei hochwertige Faksimiles des Konvoluts, die am 12. April 2019 im Dienstgebäude des Geheimen Staatsarchivs Herrn Christian von Prittwitz und Gaffron und seinem Vetter Herrn Dr. Hans-Hoyer von Prittwitz, unter Anwesenheit von Vertretern der Hauptstadtpresse, von Frau Prof. Dr. Ulrike Höroldt, der leitenden Archivdirektorin des Geheimen Staatsarchivs, feierlich überreicht wurden.

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