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Wie werde ich Archivar?

Diese Frage darf sich jemand stellen, der sich für die Geschichte und die Bewahrung von Kulturgut interessiert, sich gerne in Strukturen und Ordnungssysteme hineindenkt und der Freude hat am Umgang mit Menschen.

Das Berufsbild des Archivars hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt. Die Erhaltung des kulturellen Erbes einer Gesellschaft macht nur eines der vielen Tätigkeitsfelder in einem Archiv aus. Archive sind heute nicht mehr allein Hüter von Herrschaftswissen, sondern offene Forschungseinrichtungen. Neben dem Bewahren von Archivalien bereiten sie diese darüber hinaus für eine öffentliche Nutzung vor. Zusätzlich betreuen sie Benutzer/-innen im Umgang mit Quellen und vermitteln der Öffentlichkeit historische Zusammenhänge durch eigene Forschungsprojekte. Außerdem engagieren sich Archive in der Behördenbetreuung, der Schriftgutverwaltung sowie in der Digitalisierung.

Der Einstieg in den Archivberuf kann auf mehreren Wegen erfolgen. Dabei ist zu beachten, dass Aufgaben und Kompetenzen in einem Archiv am mittleren, gehobenen oder höheren Archivdienst gebunden sind. Um sich für den mittleren Archivdienst zu qualifizieren genügt eine dreijährige Berufsausbildung zum/zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste mit der Fachrichtung Archiv (FaMI). Für den gehobenen Archivdienst qualifiziert nach Erlangung der Fachhochschulreife eine dreijährige Berufsausbildung in einem Ausbildungsarchiv sowie an der Archivschule Marburg zum Archivinspektor/-in. Eine zweite Möglichkeit zum Einstieg in den gehobenen Archivdienst bietet ein Fachhochschulstudium der Informationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Archiv an der Fachhochschule Potsdam, die auch einen weiterführenden Masterstudiengang anbietet. Sofern der Abschluss eines Geschichts- oder vergleichbaren Studiums vorliegt, qualifiziert ein erfolgreich absolviertes zweijähriges Archivreferendariat in einem Ausbildungsarchiv sowie an der Archivschule Marburg für die Laufbahn im höheren Archivdienst.

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