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Marmorbüste und zu K. G. von Raumer, 1825

Die Marmorbüste von Karl Georg von Raumer wurde vom Bildhauer Carl Wichmann 1825 im Auftrag der preußischen Ressortminister anlässlich von Raumers 50. Dienstjubiläum für 500 Tlr geschaffen. Der damit Geehrte nahm das Geschenk nur mit der ausdrücklichen Bestimmung an, dass die Büste nach seinem Tode im Geheimen Staatsarchiv aufgestellt werde, um „daselbst künftigen Geschlechtern zum Vorbilde strenger Pflichtübung, unermüdeten Eifers und unerschütterlicher Anhänglichkeit an König und Vaterland“ zu dienen.



Karl Georg von Raumer wurde 1753 in Dessau als Sohn eines anhaltinischen Regierungsbeamten geboren. Nach seinem Studium der Rechte und der Philosophie in Leipzig trat er 1775 als Referendar am Kammergericht zu Berlin in den preußischen Staatsdienst ein. 1792 wechselte der Jurist als Bearbeiter für Reichs- und Rechtsangelegenheiten in das Kabinettsministerium, der Vorläuferbehörde des späteren Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten. Dort avancierte von Raumer bis 1818 zum Sektionschef. Gleichzeitig fungierte er als Erster Vortragender Rat des Staatskanzlers Fürst von Hardenberg (u.a. in Archivangelegenheiten) und als Mitglied des Staatsrats. Darüber hinaus wurde ihm 1822 die Direktion über die preußischen Archive anvertraut - vornehmlich über das Geheime Staats- und Kabinettsarchiv, dem heutigen Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. Während er 1829 von seinen Pflichten als Staatsratsmitglied und 1832 von seinen Aufgaben im Außenministerium entlastet wurde, bearbeitete von Raumer die archivischen Aufgaben bis zu seinem Tode 1833. Mit seiner Ehefrau Luise, Tochter des Bürgermeisters Lecke zu Iserlohn, hatte er vier Töchter und vier Söhne, von denen der jüngste, Georg Wilhelm von Raumer, 1842 dem Vater im Archivdirektions-Amt nachfolgte.

Literatur zu K. G. von Raumer:
- Johannes Schultze: Karl Georg von Raumer, in: Mitteldeutsche Lebensbilder 4 (1929), S. 186 - 198.
- Johanna Weiser: Geschichte der preußischen Archivverwaltung und ihrer Leiter: von den Anfängen unter Staatskanzler Hardenberg bis zur Auflösung im Jahre 1945 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz; Beiheft 7). Köln, Weimar, Wien: Böhlau, 2000.


Grenadier-Statuette "Jonas Heinrichsohn", ca. 1895

Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 400 Realien, Nr. 312

Die Statuette wurde der vom Bildhauer Ernst Herter ca. 1895 geschaffenen Monumentalplastik eines "langen Kerls" nachgebildet, die mit drei weiteren solcher Soldatenfiguren den ersten Abschnitt der 1886/1888 neu errichteten Langen Brücke in Potsdam schmückte. Der Volksmund taufte sie in Erinnerung an den wohl bekanntesten Königsgrenadier "Jonas Heinrichsohn". Wie ein Photo vom Frühjahr 1947 dokumentiert, hatte der "lange Jonas" die Potsdamer Bombennacht vom 14. April 1945 leicht lädiert überstanden, wurde dann aber wie das Stadtschloss und die Garnisonkirche zerstört.



























Literatur zur Grenadier-Statuette und zum Königsregiment:
- Franz Bauer u.a.: Vernichtet, vergessen, verdrängt. Militärbauten und militärische Denkmäler in Potsdam. Berlin u.a.: Mittler, 1993.
- Jürgen Kloosterhuis, Bearb.: Legendäre "lange Kerls".Quellen zur Regimentskultur der Königsgrenadiere Friedrich Wilhelms I., 1813-1740. Berlin: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, 2003.


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