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Schriftbeispiele

Schrifttafel

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Quellenangabe zur Schrifttafel: Dülfer, Kurt und Enno Korn: Schrifttafeln zur deutschen Paläographie des 16.-20. Jahrhunderts, Teil 1.2 (Veröffentlichungen der Archivschule Marburg, 2). Marburg, 3. Aufl. 1973.

Zudem können paläographische Spezialuntersuchungen zu Hilfe genommen werden, zum Beispiel: [PDF, 120 KB] Dieter Heckmann: Möglichkeiten und Voraussetzungen der Datierung deutschsprachiger Texte mit Hilfe von Konsonantenhäufungen

Hinweis zur Edition:
Groß-/Kleinschreibung und Interpunktion wurden normalisiert, um das Verständnis des Satzes zu erleichtern.

Schriftbeispiel des 17. Jahrhunderts

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Transkription

1. 1685-Dezember-2, Berlin
Kurmärkisches Konsistorium, an Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg: Erneuerung des Verbots abend- und sonntäglicher Trauungen

GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 47 Geistliche Angelegenheiten, Tit. 5 a 1 Paket 3. Bericht. Behändigte Ausfertigung.

Durchleüchtigster Churfürst
Gnädigster Herr,

Ew[er] Churf[ürstlichen] Durch[laucht] geben wier in Unterthänigkeit zuvernehmen, wasgestalt der Inspector zu Neustadt Eberswalde berichtet, daß unter seiner Inspection diese ärgerliche Gewohnheit eingerißen were, daß die priesterliche Copulation biß auf den späten Abendt verschoben, die Hochzeitgäste ehe und bevor Sie in die Kirche kämen, beym Tantzen sich also besöffen, daß Sie in der Kirche mehr alß viehisch sich bezeigeten, und viele Hochzeiten auf den Sonntag angestellet würden. [...]

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Schriftbeispiel des 18. Jahrhunderts, Beispiel 1

Beispiel 1, Tafel 1
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Beispiel 1, Tafel 2
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Transkription

2. 1730-November-12, Königs Wusterhausen
König Friedrich Wilhelm I. in Preußen, an Feldprediger Müller vom Kürassierregiment Gens d'Armes: Bekehrung des in Küstrin inhaftierten Kronprinzen Friedrich

GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich der Große, A Nr. 2. Kabinettsordre. Behändige Ausfertigung. Bemerkung: die sonst für eine Kabinettsordre typische Anrede 'Mein lieber Herr' hier mit Blick auf die geistliche Würde des Empfängers variiert zu 'Würdiger, lieber Getreuer'.

Würdiger, lieber Getreuer! Ich habe Euer letzteres Schreiben wohl erhalten, und gebe Euch darauf in Antwort, daß, wenn Ihr findet, daß Ihr dorten noch mit Nutzen bleiben könnet, und Hoffnung habet, des Cronprintzen Hertze mehr und mehr zu gewinnen, auch ihm seine schwere Irrthümer aus dem Sinn zu bringen, Ihr Euch dorten noch länger aufhalten und an seiner Bekehrung arbeiten könnet. Soltet Ihr aber finden, daß Ihr nichts außrichtet, so sollet Ihr nur wieder nach Berlin reysen. Indeßen befehle ich Euch nochmahlen und binde es Euch auf Eure Seele, daß Ihr alles, was auf der Welt nur möglich ist, anwenden sollet, dem Cronprintzen den schweren Irrthum des Particularismi zu benehmen, und daß er nicht glaube, es hänge alles Gute und Böse in der Welt von einer besonderen Fatalité, der niemand entgehen könne.

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Schriftbeispiel des 18. Jahrhunderts, Beispiel 2

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Transkription

3. 1745-November-28, Berlin
Generalmajor Johann Christoph Karl Graf von Hake, an König Friedrich II. in Preußen: Auswirkungen des Sieges bei Katholisch-Hennersdorf auf die Stimmung der Berliner Bevölkerung

GStA PK, I. HA Rep. 96 Geheimes Zivilkabinett ältere Periode, Nr. 83 Lit. KK. Immediatbericht. Behändigte Ausfertigung.

Es hat ew[er] König[lichen] Majestaet gnädiges Schreiben vom 25. hujus daß höchst dieselbe abermahls mit göttlicher Hülffe sowohl die Sachsen als Österreicher geschlagen und gejaget, bey denen hiesigen sämtlichen Einwohnern, hohen und niederen, eine große Freude veruhrsachet, zumahlen alhier unter vielen absonderlich aber unter denen Frauens eine große Furcht entstanden wegen des Österreichischen Corps, so der General Grün commandieret und welches so frey durch Leipzig passieret, auch in der Ober-Lausenitz eingerücket, daher auch viel von hier nach Magdeburg, Stettin, Cüstrin, Anclam und andere Orthen in Ew[er] König[lich] Majestaet Landen, ohne alle mein vieles Zureden, geflüchtet seyn.

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Schriftbeispiel des 19. Jahrhunderts

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Transkription

4. 1834-Juli-29, Berlin
Beschreibung der dem F. A. Egells patentierten Maschine zur Aufbereitung von Kartoffeln für die Schnapsbrennerei

GStA PK, I. HA Rep. 120 TD Technische Deputation, Patente Schriften Nr. E 20. Instruktion. Reinschrift.

Beschreibung und Erläuterung der Zeichnung einer Maschine zum Quetschen und Einmaischen von Ertoffeln zur Brandweinbrennerei

Diese Maschine in welcher die gedampften Ertoffeln zu gleicher Zeit gequetscht und gemaischt werden und deshalb ausser der halben Kraftersparniß des Quetschens mit Walzen, auch diese selbst so wie der Vorrath-Bottig, überflüßig macht gewährt noch den Hauptvortheil, daß die Ertoffeln unmittelbar nachdem sie zerkleinert sind in ein und demselben Gefäß gemaischt werden, und deshalb nicht wie dies beim Quetschen mit Walzen der Fall ist, durch ein Erkalten in der Zuckerbildung gestört werden können, sondern auch die Maische weit feiner zertheilt wird, als dies bisher zu erreichen der Fall war, und dadurch die größtmögliche Menge reiner starker Spiritus erzeugt werden muß.

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