###

Friedrich Wilhelm digital

Das Projekt „Friedrich Wilhelm digital“ steht im Umfeld der Erinnerung an König Friedrich Wilhelm I. in Preußen (1688 - 1740), dessen folgenreicher Regierungsantritt am 25. Februar 1713 sich 2013 zum dreihundertsten Mal jährt. Friedrich Wilhelm I. ist zwar der schwierigste, aber eben auch wirkungsmächtigste Preußenkönig gewesen, dessen reformfreudiges Friedenswerk in Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft jahrhundertelang spürbar geblieben ist. Der ihm heute anhängende Name „Soldatenkönig“ verkürzt die Perspektive auf seine Person daher völlig unzulässig.

Neue Aspekte des herkömmlich-verzerrten Friedrich-Wilhelm I.-Bildes werden auf breiter Basis nur vermittelt werden können, wenn dazu auch neue archivische Quellen erschlossen werden. Dafür bieten sich die von der Forschung bislang nur selektiv herangezogenen sogenannten „Kabinettsminüten“ an, die im GStA PK im Bestand I. HA Rep. 96 B verwahrt werden. Bei diesen Kabinettsminüten handelt es sich um eine durch Friedrich Wilhelm I. eingeführte, von 1728 bis 1809 fortlaufende und insgesamt 129 Nummern umfassende Amtsbuchserie, in deren einzelnen Bände Tag für Tag alle aus dem Kabinett des Königs ergangenen Anweisungs- und Mitteilungs-Schreiben in Abschrift zur Informationssicherung eingetragen wurden. Aus seinem Kabinett gingen jahraus, jahrein etwa 6.000 minütenweise belegte Schreiben, also etwa 500 pro Monat, 16 pro Tag. Die Kabinettsminüten bilden seit 1728 die zentrale Überlieferungsquelle für das tagtägliche Regierungshandeln des Königs in allen Zweigen seiner Außen- und Innen-, Wirtschafts- und Sozial-, Kultur- und Militärpolitik.

Die Aufgabe des Projektes besteht darin, über eine im Internet bereitzustellende Webanwendung den gezielten Zugriff auf die Einträge in den Minütenbänden zu ermöglichen. Zu jedem eingetragenen Schreiben werden bestimmte Kern- und Sachinformationen aufgenommen, die so entstehenden Indizes mit Digitalisaten der Kabinettsminüten verknüpft. Benutzerinnen und Benutzer sollen nach Abschluss des Projektes in der Webanwendung die Indizes durchsuchen und die Digitalisate mit den zugehörigen Minüten aufrufen und einsehen können. Durch diese Nutzung der vornehmsten Form moderner Archivarbeit, nämlich der digitalen Archivalienerschließung, wird der Zugang zu den Minüteneinträgen entscheidend verbessert.

nach oben