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Freimaurerbestände

Die Freimaurer bilden einen ethischen Bund. In ihm vereinigen sich Männer, deren höchste Ideale Glaubens-, Gewissens- und Meinungsfreiheit sind, die sie durch Menschenliebe, Brüderlichkeit, Toleranz und soziales Engagement verwirklichen wollen.

Der Name ist abzuleiten von den freien Steinmetzen der mittelalterlichen Bauhütten, die heute von symbolischer Bedeutung sind. Zum Zeichen der besonderen Verbundenheit nennen sich die Freimaurer untereinander Brüder. Sie pflegen rituelle Gebräuche aus alten ehrwürdigen Traditionen im Tempel ihrer Loge.

England ist das Mutterland der heutigen Freimaurerei. Am 24. Juni 1717 gründeten vier Londoner Logen die erste Freimaurer Großloge. Nach Deutschland wurde die Freimaurerei durch die Errichtung der Loge "Absalom" in Hamburg am 6. Dezember 1737 gebracht. Über die Geschichte der deutsche Freimaurerei können u. a. die in den einzelnen Logen angelegten Akten Auskunft geben.

Im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz werden ca. 1400 lfm Archivalien von über 1000 Freimaurerlogen aus dem 18.-20. Jahrhundert verwahrt. Es handelt sich hierbei um Schriftgut, das nach dem Verbot und der damit verbundenen Auflösung der Freimaurerlogen und freimaurerähnlichen Vereinigungen in den Jahren 1933-1935 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurde, kriegsbedingt in die schlesischen Schlösser Wölfelsdorf und Schlesiersee ausgelagert und schließlich dort durch die Rote Armee sichergestellt und in das sogenannte Moskauer "Sonderarchiv" (seit 1999 Teil des Russischen Staatlichen Militärarchivs, Moskau) verbracht wurde. Im Zuge der Übergabe größerer Mengen von Archivgut durch die Sowjetunion gelangten 1957 die Logenbestände in das damalige Zentrale Staatsarchiv der DDR in Potsdam, von wo aus sie Mitte der 70er Jahre an die Dienststelle Merseburg des Zentralen Staatsarchivs weitergeleitet worden sind. Hier wurden sie zwischen 1975 und 1990 geordnet, verzeichnet und in über 75.000 Verzeichnungseinheiten aus dem Zeitraum ab 1740 für die wissenschaftliche Auswertung aufbereitet.

Mit der Rückführung der Bestände des Geheimen Staatsarchivs aus Merseburg im Jahre 1993 kamen auch die Freimaurerarchivalien ins Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz nach Berlin-Dahlem. Einen ersten Überblick über die einzelnen Großlogen- und Tochterlogenbestände gibt die zweibändige Publikation von
Renate Endler und Elisabeth Schwarze-Neuß: Die Freimaurerbestände im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. Bd. 1: Großlogen und Protektor; Bd. 2: Tochterlogen, Frankfurt am Main u.a. 1994, 1996 (Schriftenreihe der internationalen Forschungsstelle Demokratische Bewegungen in Mitteleuropa 1770-1850, Bde 13 und 18).

Für die Benutzung der Freimaurerbestände ist eine vorherige schriftliche Genehmigung der jeweils zuständigen Loge bzw. Großloge notwendig. Welche Loge im Einzelnen zuständig ist und die entsprechenden Anschriften sind über das GStA zu erfahren.


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