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Hinweise zur Familienforschung

Familienforschung

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz ist zwar eine bekannte Anschrift, wenn es darum geht, Quellen für die Erforschung der eigenen Familiengeschichte zu ermitteln, doch bei weitem nicht jeder Wunsch ist erfüllbar. Daher sind vorher einige Vorüberlegungen zu treffen. Am Anfang jeder Bearbeitung einer Familiengeschichte sollte eine Überprüfung der familiären Überlieferung stehen. Der eigenen Erinnerung und der mündlichen Erzählung von Eltern, Großeltern und anderen Verwandten sollte die Ermittlung von Geburts-, Tauf-, Trau-, Sterbe- und Beerdigungsbescheinigungen folgen. Wenn diese Möglichkeiten erschöpft sind, ist zu fragen, welche öffentlichen Stellen Überlieferungen besitzen könnten, um Auskunft über Geburten, Verheiratungen und Todesfälle von Vorfahren zu geben. Solche Überlieferungen besitzt das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz nicht, zuständig sind die 1874/75 eingerichteten staatlichen Standesämter, deren ältere Hinterlassenschaft entweder in regional zuständige Staatsarchive oder besondere Personenstandsarchive wie dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland Standort Brühl und Abteilung Ostwestfalen-Lippe gelangt ist. Für die Zeit vor 1875 sind die Tauf-, Trau- und Beerdigungsbücher der Kirchen zu benutzen, die in zentralen, regionalen oder auch örtlichen Kirchenarchiven verwahrt werden, nur vereinzelt in Staatsarchiven.

Erst wenn diese Möglichkeiten einschließlich einer Benutzung der familienkundlichen Fach- und Zeitschriftenliteratur erschöpft sind, wird es sinnvoll, zur Fortsetzung und Ergänzung die Möglichkeiten der Staatsarchive zu benutzen. Außer den Provenienzbeständen, die sich aus der Sprengelzuständigkeit der Staatsarchive ergeben, verwahrt das Geheime Staatsarchiv auch Sammlungen, die für bestimmte familienkundliche Forschungen erfolgversprechend sein können. Entsprechend der allgemeinen Zuständigkeit des Geheimen Staatsarchivs für den preußischen Staat im ganzen sowie für dessen östliche Provinzen im besonderen ergibt sich im folgenden eine Zweiteilung der Darstellung, wobei es von den östlichen Provinzen nur für Ostpreußen eine geschlossene Überlieferung im Geheimen Staatsarchiv gibt. Weitere Hinweise, auch auf regional zuständige genealogische Vereine, kann der Verein Herold, Verein für heraldische, genealogische und verwandte Wissenschaften, Archivstraße 12-14, D-14195 Berlin, Tel. 030/44 79 00, geben.

A. Überregionale Familienforschung

Militärische Personalnachweise - für Offiziere

  • Ranglisten der preuß. Armee ab ca. 1790
  • Militärkirchenbücher, ca. 1666-1944 (VIII. HA Siegel, Wappen, Genealogie, MKB)
  • Datenbank PAL, ca. 1690-1790
  • Offiziernomenclatur der Geheimen Kriegskanzlei, ca. 1750-1870 (IV. HA
    Preußische Armee, Rep. 1 Geheime Kriegskanzlei; jedoch fehlen die Buchstabengruppen A-Boo, Da-Dies, G-J, Pa-Pis, Q, R, Sa-Schma)


Militärische Personalnachweise - für gemeine Soldaten und Unteroffiziere

  • Militärkirchenbücher, ca. 1666-1944 (Sign.: VIII. HA Siegel, Wappen, Genealogie, MKB) - nur bei Kenntnis der Garnsion oder des Regiments und wenn die gesuchte Person während ihrer militärischen Dienstzeit geheirat, Kinder bekommen hat oder gestorben ist!


Literaturhinweise zu militärischen Personalnachweisen:
- Wolfgang Eger: Verzeichnis der Militärkirchenbücher in der Bundesrepublik Deutschland, Neustadt an der Aisch, 2 Bde, 1993/1996.
- Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Die Generale der kurbrandenburgisch-preußischen Armee, Hamburg 1936 ff.

Zivile Personalnachweise

  • Weder Kirchenbücher (ausgenommen aus Ostpreußen, s.u.) noch Standesamtsregister befinden sich im Geheimen Staatsarchiv).


Literaturhinweise zu zivilen Personalnachweisen:
- Wolfgang Ribbe, Eckhart Henning: Taschenbuch für Familiengeschichtsforschung, 12., aktualisierte und ergänzte Auflage, Neustadt/Aisch 2001.

Genealogische Adelsforschung

  • I. HA Rep. 176 Heroldsamt, 1855-1918: v.a. Stammtafeln, Adelsbriefe, Abschriften von Personenstandsurkunden, Fideikommissurkunden, Wappendarstellungen


Literaturhinweise zur genealogischen Adelsforschung:
- Adelslexika, z.B.: Ernst Heinrich Kneschke: Neues Allgemeines Deutsches Adelslexikon, Leipzig 1859 ff.
- Freiherr L. von Zedlitz-Neukirch: Neues Preußisches Adelslexikon, Leipzig 1837.

- Max Gritzner: Chronologische Matrikel der brandenburgisch-preußischen Standeserhöhungen und Gnadenakte 1600-1873, Berlin 1874.
- Albrecht Freiherr von Houwald: Brandenburg-preußische Standeserhöhungen und Gnadenakte für die Zeit 1873-1918, Berlin 1939.

B. Familienforschung in Ostpreußen

Militärische Personalnachweise

  • siehe Abschnitt A: Überregionale Familienforschung


Zivile Personalnachweise

  • Unvollständige Reihe von Kirchenbuchduplikaten evangelischer Gemeinden der Stadt Königsberg und des Samlandes bis 1874 (VIII. HA Siegel, Wappen, Genealogie, EKB)
  • Königsberger Kirchenbuchkartei, Taufen und Trauungen 1826-1874 (VIII. HA Siegel, Wappen, Genealogie, B 23)
  • Juden- und Dissidentenpersonenstandsnachweise für Königsberg 1837-1927 (VIII. HA Siegel, Wappen, Genealogie, J 2)
  • Handwerkerrollen städtischer Innungen herzoglich preußischer Städte (17.-19. Jahrhundert, unvollständig, Personennamen nicht indiziert)
  • Stellenbesetzungsvorgänge vor allem 16.-18. Jahrhundert (II. HA Generaldirektorium, Abt. 7 Ostpreußen-Litthauen; XX. HA Historisches Staatsarchiv Königsberg, Etats-Ministerium sowie ebd., Rep. 5, 8 und 9)
  • Steuerliche Heberegister 18.-19. Jahrhundert (XX. HA Historisches Staatsarchiv Königsberg, Generalhufenschoßprotokolle; ebd., Prästationstabellen - mit Mühlenkonsignationen, Rentenkataster); ämterweise geordnet, keine Familiennamenindizes, keine Lebensdaten
  • Ältere Steuerlisten des 16.-17. Jahrhunderts (XX. HA Historisches Staatsarchiv Königsberg, Amtsrechnungen)
  • Grundbesitztitel, Erbteilungen u. ä. 16.-19. Jahrhundert (Metriken, Lehnbücher, Haus- und Ingrossationsbücher, Grundbücher in der XX. HA Historisches Staatsarchiv Königsberg; nur teilweise mit Namenindizes)
  • Einwandererakten des 18. Jahrhunderts (II. HA Generaldirektorium, Abt. 7 Ostpreußen-Litthauen; XX. HA Historisches Staatsarchiv Königsberg, Rep. 5, 8 und 9)
  • Sammlung Friedwald Moeller


Genealogische Adelsforschung

  • Altpreußisches Adelslexikon von Johannes Gallandi
  • Wappensammlung Gallandi
  • XX. HA Historisches Staatsarchiv Königsberg, Adelsarchiv (pertinenzmäßige Zusammenstellung amtlicher Akten aus dem 16.-19. Jahrhundert, nach Familiennamen geordnet)
  • XX. HA Historisches Staatsarchiv Königsberg, Etats-Ministerium, Abt. 2 Adel
  • I. HA Geheimer Rat, Rep. 7 Preußen, Nr. 13 Adel (nach Familiennamen geordnet)


Literaturhinweise:
- Bernhart Jähnig: Die Bestände des Historischen Staatsarchivs Königsberg als Quelle für Familien- und Personenforschung, in: Der Herold 25 (1982), S. 151-163.
- Herbert Nolde: Register zu den Salzburger Auswandererlisten. Ms.
- Horst Kenkel: Amtsbauern und Kölmer im nördlichen Ostpreußen um 1736. Hamburg, 2. Aufl. 1995.


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