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Strukturen und Materien spätmittelalterlicher Amtsbücher im Spiegel von Ordensfolianten

von Jürgen Kloosterhuis

I. Amtsbuch-Strukturen
Zur Bezeichnung des untersuchten Gegenstandes wird im Folgenden der Begriff "Amtsbuch" verwandt, und damit (in Analogie zu einer "amtlichen Aktenkunde") auf die enge Verknüpfung zwischen der Buchführung und der Ausübung eines geistlichen oder weltlichen Amtes abgehoben. Ebenso kennt die Fachterminologie den Begriff "Geschäftsbuch" (der freilich zu sehr auf einen bestimmten Buchinhalt, eben die Führung amtlicher oder nichtamtlicher Geschäfte, konzentriert zu sein scheint).
Im Übergang von Formen der Eigentums- und Herrschaftswahrung zu solchen der Verwaltungsausübung differenzieren sich im (Spät-) Mittelalter unter dem Einfluss eines (wieder-) erstarkenden Respekts vor der Schrift verschiedene Typen pragmatischer Schriftlichkeit, unter denen die Urkunde einerseits, andererseits das Amtsbuch bzw. der Amtsbuch-Eintrag die Hauptrollen spielen.
In der nur teilweise auf Literalität gegründeten mittelalterlichen Gesellschaft führt das Amtsbuch im Vergleich zur Urkunde auf eigene Weise über die Schwelle des gesprochenen und gehörten Verwaltungs- oder Rechtsetzungs-Akts hin zu einer vergleichweise leicht überschau- und gut handhabbaren Art der Verschriftlichung, die ebenso den dauernden Schutz der Information wie ihre schnelle Verfügbarkeit erstrebt. [...]

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Vollständige Literaturangabe:
Kloosterhuis, Jürgen: Strukturen und Materien spätmittelalterlicher Amtsbücher im Spiegel von Ordensfolianten, in: Preußens erstes Provinzialarchiv. Zur Erinnerung an die Gründung des Staatsarchivs Königsberg vor 200 Jahren, hg. von Bernhard Jähnig und Jürgen Kloosterhuis (Tagungsberichte der Historischen Kommission für Ost- und Westpreussische Landesforschung, 20). Marburg 2006, S. 85-122.

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