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„Ostpreußischen Folianten“ erhalten Schutz!

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz erhält aus dem „Sonderprogramm 2017 zur Erhaltung des schriftlichen Kulturerbes“ der Kulturstaatsministerin Monika Grütters eine Förderung über 50.000 € zum Schutz der „Ostpreußischen Folianten“. Mit Hilfe dieser Summe aus dem Haushalt der BKM und einer entsprechenden Komplementär-Finanzierung aus den Eigenmitteln des GStA PK sollen die großformatigen und besonders starkleibigen Bände dieser frühneuzeitlichen Amtsbuchserien maßbezogene Spezialverpackungen aus langzeitstabilen, archivgerechten Wellpapp-Boxen erhalten. Für die spezialverpackten Amtsbücher ist auch weiterhin eine stehende, nun aber schonende Lagerung vorgesehen, da die Buchblöcke durch die maßbezogen umschließende Verpackung stabilisiert werden. Die kleineren Amtsbücher in gängigen „Buchgrößen“ werden hingegen zukünftig in der archivischen Standardlagerung aufbewahrt: liegend in einem Archivkarton, zum besonderen Schutz eingeschlagen in eine langzeitstabile „Jurismappe“.

Vor der Verpackung werden die rund 16.800 Bände der betreffenden Bestandsgruppen in der XX. Hauptabteilung Historisches Staatsarchiv Königsberg gereinigt und in Bezug auf weitere Schäden begutachtet. Abschließend sind sie durch die normgerechten Verpackungen vor Licht und Staub geschützt und konservatorisch optimal vorbereitet, um im Sinne der Archivgesetze auf Dauer aufbewahrt zu werden.

Dass das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz diese Förderung der BKM auf Basis der Empfehlungen des Fachbeirates der „Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts“ erhält, bestätigt noch einmal auf besondere Weise die starken Anstrengungen, die in den letzten Jahren im Dahlemer Staatsarchiv für die Restaurierung und Konservierung von Archivgut unternommen wurden. Neben der Massenentsäuerung preußischer Ministerialakten, der Restaurierung von Johanniter-Aufschwörungstafeln im Fundraising-Projekt „Zukunft für das Erbe!“ oder einer groß angelegten Verpackungsmaßnahme im Westhafen-Außenmagazin wird nun ein besonderes Kulturerbe geschützt: historisch bedeutsam wegen seiner Struktur (auf der Grenze von der mittelalterlichen Urkunde zur neuzeitlichen Akte) und einmalig wegen seiner Informationsvielfalt für den Zeitraum des 16. bis 18. Jahrhunderts – entstanden in der reichen Kulturlandschaft des Herzogtums, dann Königreichs Preußen bzw. der späteren Provinz Ostpreußen. Dank BKM und KEK kann die Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf diese Weise eine ihrer Hauptaufgaben im besonderen Maße erfüllen, die im Gesetz zur Errichtung einer „Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ genannte Verpflichtung, die preußischen Kulturgüter zu bewahren, zu pflegen und zu erhalten.

Lesen Sie dazu die Pressemitteilung der BKM vom 28.07.2017.

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