###

„… Scheißbischoff …“

Pfingsten 1538 brachte ein schmaler Band mit Gelegenheitsgedichten Luthers Blut in Wallung; denn der Poet, ein gewisser Simon Lemnius, huldigte mit diesem Band Albrecht von Brandenburg, seinem Mäzen. Luther veröffentlichte daraufhin ein Flugblatt, in dem er gegen den Kardinal als „Scheisbisschoff, schendlichen Scheispfaffen“ polemisierte.

Kardinal Albrecht von Brandenburg, Erzbischof und Kurfürst von Mainz, war Primas der deutschen Kirche, und damit Luthers geistlicher Oberhirte. Er war aber auch ein Renaissancefürst, wie er im Buche stand. Ein kleines Heer von Malern, Bildhauern, Goldschmieden, Medailleuren, Dichtern und Druckern diente seiner Verherrlichung.

Für Luther hegte Albrecht zwar keine Sympathie, gab sich aber zumindest kompromissbereit. Im Laufe der Zeit traten die Differenzen jedoch immer deutlicher hervor. Luther enttäuschte vor allem, dass sich der Kardinal seinen Forderungen nach kirchlichen Reformen nicht in der gewünschten Form anschloss. Lemnius‘ Gedichtband war der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Nach dem Erscheinen des Flugblattes versuchten die Hohenzollern, Luther von weiteren Ausfällen gegen den Kardinal abzuhalten – allerdings vergeblich. Denn wenig später legte Luther mit einer Schrift „Wider den Bischoff zu Magdeburg, Albrecht Cardinal“ noch einmal nach.

Kreuzwege. Die Hohenzollern und die Konfessionen 1517-1740
07.04.2017 bis 09.07.2017
Schloss Köpenick
Öffnungszeiten: Mo geschlossen, Di - So 11:00 - 18:00 Uhr
Eintrittspreis: 6,00 EUR ermäßigt 3,00 EUR
Informationen, Buchung, Feedback: 030 - 266 42 42 42 (Mo - Fr, 9 - 16 Uhr)

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Staatlichen Museen zu Berlin und des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz. Das Rahmenprogramm zur Ausstellung finden Sie hier.

nach oben